Anzeige
Vogelzahl drastisch im Sinkflug

Was wir dagegen tun können

Vogelzahl drastisch im Sinkflug

Jedes Jahr ruft der Naturschutzbund (NABU) dazu auf, alle Vögel in den heimischen Gärten zu zählen. Der aktuelle Zwischenstand dieser beliebten Mitmach-Aktion gibt dieses Jahr leider keinen Anlass zur Erleichterung: So berichtet der Naturschutzbund, dass pro Garten im Schnitt nur 33,3 Vögel gemeldet werden – die niedrigste Vogelzahl seit Beginn dieser Aktion im Jahr 2005. Gegenüber 2017 bedeutet das bisher ein Minus von über fünf Prozent!

Zu viele Negativ-Rekorde

Besonders bei den häufigsten Gartenvögeln in Deutschland deuten sich reihenweise Negativ-Rekorde an: "Unter den Top 15 unserer Gartenvögel weisen sieben Arten die bisher geringsten Zahlen auf, darunter Amsel, Kohlmeise, Blaumeise, Elster, Grünfink, Buchfink und Hausrotschwanz", so Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Auch der Star, Vogel des Jahres 2018, hat nach leichter Bestandserholung beinahe wieder den Negativ-Rekord von 2010 erreicht. Gut geht es dafür anscheinend Haussperling, Feldsperling, Ringeltaube und Rabenkrähe. Sie konnten keine Veränderungen am Bestand festgestellt werden.

Weniger Insekten – weniger Vögel

Die Finkenarten Stieglitz und Kernbeißer setzen dagegen ihre Bestandszunahmen fort. Auffällig sei dabei, dass vor allem solche Vögel, die ihre Jungen mit Insekten füttern, besonders niedrige Zahlen aufweisen. Auch für die Luftinsektenjäger, die 2017 ganz gute Zahlen aufwiesen, geht es im Sinkflug runter. Mehlschwalbe und Mauersegler gibt es wieder so wenige, wie in den Jahren zuvor. Sie erreichen nur noch 60 Prozent des Vorkommens von 2016.

Die Vogeluhr zeigt an, wann welcher Vogel singt. Copyright: NABU

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jeder kann mithelfen

Damit der Vogelschwund aus der Agrarlandschaft nicht auch über die Dörfer und Städte herüberschwappt, kann jeder etwas für die Tiere tun. Gärten müssen zu kleinen Mini-Naturschutzgebieten geformt werden. So werden sie Rückzugsort und Nahrungslieferant für Insekten und damit auch für Vögel.

Jedes Jahr am zweiten Maiwochenende sind alle Naturfreunde aufgerufen, Vögel zu notieren und zu melden. Es war bereits die 14. "Stunde der Gartenvögel", Deutschlands größte Vogelzählaktion, die 2018 von Muttertag bis Vatertag stattfand. Bis zum 14. Mai hatten bereits über 37.000 Vogelfreunde mitgemacht. Das wichtigste Ergebnis der Zählung ist für jede Vogelart die Zahl der durchschnittlich pro Garten gemeldeten Individuenzahl. Da die Zählung bereits regelmäßig über einen so langen Zeittraum durchgeführt wird, lassen sich inzwischen Trends erkennen.

Noch bis zum 21. Mai können die Vogelzählungen per Internet oder per Post an den NABU übermittelt werden.

"Stunde der Gartenvögel" ist – gemeinsam mit ihrer Schwesteraktion "Stunde der Wintervögel" im Januar – Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion. Dieser Forschungsansatz ist als Citizen Science ("Bürgerwissenschaft") auf dem Vormarsch und eine wichtige Ergänzung teurer Forschungsprogramme wissenschaftlicher Institute.

Im Juni findet erstmals die Mitmach-Aktion "Insektensommer" statt, bei der Insekten gezählt werden. Mehr Information dazu finden Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren:

 

Autor: Nadja Gharany