Anzeige
Tag des Eisbären

Tag des Eisbären

Am 27.2. feiern wir den Tag des Eisbären. Ziel dieses tierischen Anlasses: Den Schutz der Raubtiere bzw. die Bedrohung ihres Lebensraumes ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Der Herr der Arktis ist wunderschön, gefährlich, faszinierend - und vom Aussterben bedroht. Wir stellen Ihnen den alten Mann im Pelzmantel mit folgenden Fakten vor.
 

Ein Bär mit vielen Namen

Der Eisbär hat in vielen Sprachen viele Namen, viele davon poetisch: Der "Herr der Arktis" ist einer davon, der "Alte Mann im Pelzmantel" ein anderer. Und für die Angeber: Sein korrekter wissenschaftlicher Name ist Ursus maritimus.

Die gejagte Schönheit

Bis in die 60er-Jahre war die Jagd der Hauptgrund für den Niedergang der Eisbären-Population. Inzwischen ist sie zwar weiterhin in Kanada sowie in Grönland erlaubt, wird aber durch Jagdquoten beschränkt. Diese Maßnahme soll ein nachhaltiges Überleben der Art ermöglichen. Immerhin wuchs die Population seit der Regulierung stetig.

Ein Leben im Meer

Eisbären sind die einzigen Bären, die als Meerestiere angesehen werden. Obwohl die meisten von ihnen an Land geboren werden, verbringen sie die meiste Zeit ihres Lebens auf dem Meer. Zwei der wichtigsten Lebensräume in der Arktis sind die Beaufortsee und die Tschuktschensee. Ein Hauptbestandteil der Nahrung von Eisbären besteht aus Robben.

Rekordschwimmer

Eisbären sind hervorragenden Schwimmer. Die längste aufgezeichnete, ununterbrochene Strecke, die ein Eisbär schwimmend zurückgelegt hat, beträgt 686 Kilometer in neun Tagen. In dieser Schwimmfähigkeit liegt vielleicht das Rezept fürs künftige Überleben der Eisbären, denn wegen der schmelzenden Polkappen werden sie in Zukunft öfter lange Strecken schwimmend zurücklegen müssen, wie Forscher vermuten.

Mollig warm in der arktischen Kälte

Der Eisbär ist perfekt ans Leben in der kalten Arktis angepasst. Die Fettschicht seiner Haut ist 5 bis 10 Zentimeter dick. Unter dem weißen Fell, das als Tarnung dient, haben Eisbären eine schwarze Haut, um die Wärme der Sonne aufzusaugen. Das Fell wächst sogar auf der Unterseite der Tatzen und schützen diese so vor Schnee und Eis. Das Fell ist außerdem sehr ölig und wasserabweisend.

Sie sterben jung

In der freien Wildbahn erreichen die wenigsten Eisbären das 20. Lebensjahr. Das potentielle Höchstalter wird dabei von Wissenschaftlern auf 25 bis 30 Jahre geschätzt. In Gefangenschaft soll es Eisbären gegeben haben, die das biblische Alter von 45 Jahren erreichten.

Ein einsamer Bär

Eisbären sind Einzelgänger und streifen alleine durch ihr Jagdrevier, das sich im Schnitt über einen Radius von rund 150 Quadratkilometer erstreckt. Dort tolerieren sie allerdings auch andere Artgenossen, denen sie meist aus dem Weg gehen. Nur Mütter mit ihren ein bis zwei Jungen bilden hierbei eine Ausnahme.

Ein Opfer des Klimawandels

Nicht die Jäger sind die größte Bedrohung für den Eisbären, sondern der rasant voranschreitende Klimawandel. Ihnen schmilzt der Boden wortwörtlich unter den Tatzen weg. Durch das Abschmelzen der Packeisdecke können die Eisbären zum einen keine Ringelrobben mehr jagen, zum anderen ist die Aufzucht von Jungtieren stark gefährdet. So wurden in den letzten 30 Jahren immer weniger Jungtiere gezählt.

Sehr langsame Vermehrung

Das Problem, dass immer weniger Jungtiere gezählt werden, gewinnt an Brisanz, wenn man sich vor Augen führt, dass sich Eisbären sehr langsam fortpflanzen. Weibliche Eisbären gebären in der Regel zwei Jungtiere, die über zwei Jahre bei der Mutter bleiben, bis sie selbst auf die Jagd gehen und überleben können. Erst dann wieder sind die Weibchen zur Paarung bereit. Da haben es Kaninchen leichter, die Population zu erhalten.

Eine düstere Prognose

Derzeit wird die weltweite Population auf rund 20.000 bis 25.000 Eisbären geschätzt. Davon leben ungefähr zwei Drittel auf kanadischem Staatsgebiet. Laut dem WWF besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass eben diese zwei Drittel bis 2050 gänzlich ausgestorben sind.
 
Das könnte Sie auch interessieren:

Autor: Tomas Soucek